Prora

Der Ortsteil Prora gehört mit zu der Gemeinde Binz auf der Insel Rügen. Prora ist gegenüber anderen Ortsteilen auf der Insel Rügen jedoch noch sehr jung, denn er ging aus dem KdF-Seebad Rügen hervor, das von den Nationalsozialisten Anfang der vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts erbaut, jedoch nie vollendet wurde. Die Idee zum Bau dieses Komplexes stammte vom Führer der Nationalsozialisten Adolf Hitler, der die Meinung vertrat, das man ein Riesenseebad bauen muss, was das Gewaltigste und Größte von allem bisher Dagewesenem ist. Der Koloss von Prora, wie der Bau auch heute noch genannt wird, sollte das größte Gebäude der Welt werden und war tatsächlich eines der wenigen begonnenen Projekte der nationalistischen Bauwut. Durch den Beginn des zweiten Weltkrieges wurden jedoch die Bauarbeiten eingestellt und der Plan das weltgrößte Seebad zu errichten, scheiterte.
Ab zirka 1960 bis 1999 wurden die wenig fertig gestellten Gebäude von der Nationalen Volksarmee der ehemaligen DDR übernommen und als Kaserne, Offiziersschule und Offizierserholungsheim genutzt.

Familienurlaub mal anders

Auch 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands stehen immer noch weite Teile des inzwischen denkmalgeschützten Bades leer. Einen kleinen Teil des monumentalen Gebäudekomplexes belegt die wohl längste Jugendherberge der Welt.
Nach nun mittlerweile 80 Jahren beziehen nun doch die ersten Urlauber den gigantischen Bau. Mehrere Blöcke des Baues wurden Verkauft und saniert. Dadurch sind luxuriöse Wohnungen entstanden. Auch sind bis zum heutigen Tage ein Hotel, ein Café und mehrere kleine Geschäfte in die sanierten Blöcken eingezogen.
In einem kleinen Teil des Komplexes befindet sich die 1994 gegründete Museumsmeile Prora, zu der kleine Kaffees, Museen, Galerien und Ausstellungen gehören. In verschiedenen Ausstellungen kann man sich ein Bild über die Nutzung des KdF- Bades durch die Nationalsozialisten und das ehemalige DDR Regime machen.
Verschiedene Künstler haben auf der Museumsmeile Prora ihr Dasein gefunden und es ist immer etwas Besonderes, wenn man sich die Zeit nimmt um die Werke zu betrachten.